Gin · Limitiert
Clouds Distillers Cut No. 11
99,00 €
141,43 € / l · 0,7 l
Von der klassischen London Dry bis zum fassgereiften Aged Gin: 87 Flaschen aus unserem Berliner Regal, ausgesucht und selbst probiert.
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Fassgelagert
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Gin · Limitiert
99,00 €
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Genever · Fassgelagert
39,90 €
57,00 € / l · 0,7 l
Genever
34,95 €
49,93 € / l · 0,7 l
Jonge Genever
24,90 €
24,90 € / l · 1 l
New Western Style
39,90 €
57,00 € / l · 0,7 l
Gin
36,90 €
52,71 € / l · 0,7 l
Aged Gin · Fassgelagert
49,90 €
142,57 € / l · 0,35 l
Gin · Tirol
42,90 €
61,29 € / l · 0,7 l
Gin · Spreewald
24,95 €
35,64 € / l · 0,7 l
Dry Gin
35,90 €
71,80 € / l · 0,5 l
Dry Gin · Berlin
37,90 €
54,14 € / l · 0,7 l
Dry Gin · Schwarzwald
39,90 €
79,80 € / l · 0,5 l
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12 von 87 Gins
Gin verstehen
Alles zur Kategorie, kurz gehalten. Was dich interessiert, klappst du auf.
Wacholder ist Pflicht, alles andere Interpretation.
Gin ist eine Spirituose auf Basis von Neutralalkohol, die zwingend mit Wacholder aromatisiert sein muss. Die EU-Verordnung schreibt vor, dass Wacholder die dominante Aromaquelle bleibt, alles andere liegt im Ermessen des Herstellers. Der Name leitet sich vom holländischen Genever ab, dem historischen Vorläufer des modernen Gins. Genever wiederum ist die niederländische Bezeichnung für Wacholder.
Was heute als Gin in der Flasche landet, hat mit dem malzigen, schweren Genever des 17. Jahrhunderts kaum noch etwas gemeinsam. Die Kategorie hat sich über Jahrhunderte entwickelt, von der britischen Gin Lane des 18. Jahrhunderts über den Aufstieg des London Dry bis zum weltweiten Craft-Gin-Boom der letzten fünfzehn Jahre. Heute ist Gin die abwechslungsreichste Spirituose überhaupt, weil keine andere Kategorie Herstellern so viel Freiheit bei der Aromatisierung lässt.
Neutralalkohol und Botanicals. Der Rest ist Handschrift.
Gin besteht aus Neutralalkohol und Botanicals, wobei Wacholder immer der geschmackliche Mittelpunkt sein muss. Als Neutralalkohol dient in den meisten Fällen ein Getreidedestillat, seltener Trauben- oder Melassespirituosen.
Die Botanicals sind das Herzstück eines jeden Gins. Angelika und Koriander gehören zum klassischen Kanon, alles andere ist Interpretation. Monkey 47 aus dem Schwarzwald verwendet genau 47 Botanicals, ein Drittel davon aus dem umliegenden Wald. Ferdinand’s aus dem Saarland integriert Rieslingtrauben vom VDP-Weingut Forstmeister-Geltz Zilliken, Berliner Brandstifter erntet seine Botanicals auf Berliner Ackerland per Hand.
Wie die Botanicals verarbeitet werden, beeinflusst das Ergebnis erheblich. Mazeration im Neutralalkohol vor der Destillation ist der Standardweg. Manche Hersteller destillieren jedes Botanical einzeln und assemblieren danach. Der Carter-Head-Still leitet Destillationsdämpfe durch frische Botanicals in einem separaten Korb, was besonders flüchtige Aromen schont. Die Qualität des Basisdestillats ist dabei genauso entscheidend wie die Botanicals selbst. Ein sauberes Fundament lässt die Aromen sprechen. Ein schlechtes tut das auch, aber auf die falsche Weise.
Von knochentrockenem London Dry bis zum Fassgelagerten.
Der Referenzpunkt. Alle Aromen müssen während der Destillation entstehen, nichts darf danach zugefügt werden außer Wasser. Wacholderbetont, trocken, klar strukturiert. Ein Herstellungsstandard, kein geografischer Hinweis.
Die Sammelkategorie für alles, was vom London-Dry-Kanon abweicht. Andere Schwerpunkte, andere Herkunftsregionen, andere Botanicals. Wacholder ist vorhanden, aber nicht zwingend dominant. Diese Kategorie hat den Gin-Boom getragen.
Süßer als London Dry, historisch zwischen Genever und modernem Gin. Im 18. Jahrhundert die dominierende Stilistik in England, bevor der trockene London Dry ihn verdrängte. Wird heute wiederbelebt, weil er in bestimmten Cocktails einfach besser funktioniert.
Streng genommen ein Likör. Schlehenbeeren werden über Monate in Gin mazeriert: tiefe Rotfärbung, weniger Alkohol, ausgeprägte Fruchtsüße. Traditionell britisch und eng mit dem Herbst verbunden.
Mindestens 57 Prozent Alkohol. Historisch der Gehalt, der sicherstellte, dass mit Gin getränktes Schießpulver noch zündete. Heute ein Qualitätssignal für Konzentration und bei Bartenderinnen und Bartendern wegen der Durchsetzungskraft geschätzt.
Zeit im Holzfass, meist ehemaligen Whisky- oder Weinfässern. Das Holz gibt Farbe, Vanille und Wärme ab. Spricht Whisky- und Gin-Trinker gleichermaßen an und öffnet die Kategorie für ein Publikum, das mit klassischem Gin wenig anfangen kann.
Der historische Vorläufer des modernen Gins, aus den Niederlanden, mit höherem Anteil an Getreidedestillat. Weniger botanisch, malziger, wärmer, in der Textur eher mit einem leichten Whisky vergleichbar. Eine eigene Kategorie mit eigener Trinktradition.
Deutschland, England, Schottland und vier weitere.
Heute eine der interessantesten Gin-Nationen. Was mit Monkey 47 aus dem Schwarzwald begann, hat eine Welle eigenständiger Destillerien ausgelöst. In Berlin produziert Berliner Brandstifter einen Dry Gin mit Botanicals von Berliner Ackerland. Daneben Stauffenberg in Baden-Württemberg, Siegfried im Rheinland, Ferdinand’s an der Saar.
Das historische Zentrum, London seine Hauptstadt. Sipsmith, 2009 gegründet, war die erste neue Kupferbrennerei in London seit fast zwei Jahrhunderten und hat die dortige Craft-Gin-Bewegung mitbegründet. Der London Dry verdankt seinen Namen dieser Stadt.
Spät profiliert, aber mit Substanz. The Botanist von Islay nutzt 22 wilde Botanicals, die auf der Insel gesammelt werden. Isle of Harris Gin ist mit Zuckertang aus dem Atlantik aromatisiert. Dieses Botanical verwendet sonst kaum jemand.
Heimat des Genevers, des Vorläufers aller modernen Gins. Zuidam aus Baarle-Nassau produziert sowohl Jonge als auch Oude Genever nach klassischen Methoden, Letzterer drei Jahre im Eichenfass gelagert.
Kyrö, eine Roggenbrennerei aus Isokyrö. Alle Destillate basieren auf finnischem Roggen, auch der Gin, was ihm eine ungewöhnlich malzige und weiche Basis gibt. Deutlich anders als getreidebasierter London Dry.
Gin Mare von der katalanischen Costa Brava stellt mediterrane Botanicals ins Zentrum. Olivenblätter, Thymian, Rosmarin und Basilikum geben eine klare sensorische Verortung.
Interpretiert europäische Destillationstradition mit eigenem Rohstoffverständnis. Roku von Suntory arbeitet mit sechs japanischen Botanicals, darunter Sakurablüten, Yuzu und japanischem Ingwer. Nikka destilliert in einer Coffey Still, was dem Destillat eine ungewöhnlich cremige Textur verleiht.
Vier Schritte, in denen die Handschrift entsteht.
Schritt eins · Mazeration
Wacholder ist Pflicht, der Rest ist Handschrift. Die meisten Destillerien mazerieren ihre Botanicals für Stunden oder Tage in Neutralalkohol, bevor destilliert wird. Manche Häuser behandeln jedes Botanical einzeln, was mehr Kontrolle bringt, aber erheblich mehr Aufwand bedeutet.
Schritt zwei · Destillation
Der Pot Still arbeitet in Chargen und produziert ein aromareicheres Destillat, der Column Still kontinuierlich und liefert reinere. Viele Hersteller kombinieren beides. Der Carter-Head-Still leitet die Dämpfe durch einen separaten Botanical-Korb und schont so flüchtige Aromen.
Schritt drei · Reifung
Die meisten Gins gehen direkt in die Flasche. Barrel Aged Gins verbringen Zeit im Holz. Stauffenberg reift seinen Aged Gin in Maulbeerfässern bei Erstbelegung, Monkey 47 lagert bis zu drei Monate in Tonkrügen, um die Aromen zu harmonisieren.
Schritt vier · Abfüllung
Beim London Dry ist danach nichts mehr erlaubt, weder Farbstoffe noch Süßungsmittel noch Aromazusätze. Berliner Brandstifter filtert siebenfach, was für ungewöhnliche Milde sorgt. Bei Navy Strength entfällt das starke Verdünnen, was übrig bleibt ist Konzentration.
Aus dem Regal
Was jemanden begeistert, der London Dry liebt, langweilt jemanden, der auf florale Contemporary Gins steht. Diese drei decken unterschiedliche Einstiegspunkte ab. Wer Beratung für den eigenen Geschmack sucht, findet uns in Charlottenburg.
Für den Einstieg
Zehn klassische Botanicals, destilliert im echten One-Shot-Verfahren ohne Nachverdünnung. Klar strukturiert und wacholderbetont mit frischer Zitrusnote. Lokale Alternative: Berliner Brandstifter aus Berlin-Mitte, Botanicals von Berliner Ackerland, Editionen zu 9.999 nummerierten Flaschen.
Ansehen
Für Kenner
Reift in Maulbeerfässern bei Erstbelegung: Bernsteinton, Zimt, Nelke, Koriander und Wacholder, dazu Vanille und kandierte Zitrusfrüchte. 2015 als Matured Gin of the Year ausgezeichnet. Alternative aus Schottland: Isle of Harris mit Zuckertang als zentralem Botanical.
Ansehen
Für mutige Entdecker
Einmal jährlich produzierte Sonderedition, bei der nur das Herzstück der Destillation abgefüllt wird. Special Botanicals 2021: grüne Walnuss, Schönberger Zwetschge, Stevnsbaer Kirsche. Als Infusion eine Rausch-Auslese Goldkapsel des Weinguts Zilliken. Rund 100 Euro.
Häufige Fragen
Etwas nicht dabei? Ruf uns an oder komm in Charlottenburg vorbei, wir haben meistens etwas offen.
Den besten Gin gibt es einfach nicht. Was zählt, ist nur der Kontext. Wer Gin pur trinkt, braucht etwas anderes als jemand, der einen Gin Tonic oder Negroni mixt. Einsteiger profitieren von klaren, wacholderbasierten Gins mit wenig Komplexität. Kenner suchen Tiefe, Herkunft und handwerkliche Konsequenz. Was einen Gin wirklich auszeichnet, erschließt sich am besten im direkten Vergleich. In unserem Laden in Berlin Charlottenburg haben wir regelmäßig Flaschen geöffnet und beraten gerne persönlich.
Qualitativ überzeugende Gins beginnen ab etwa 30 Euro. In dieser Preisklasse arbeiten viele handwerkliche Destillerien, die sorgfältig mit Botanicals umgehen und auf Qualität beim Basisdestillat achten. Ab 50 Euro aufwärts beginnt das Segment der limitierten Editionen und Jahrgangsdestillate, bei denen Rohstoffqualität und Aufwand in der Herstellung spürbar steigen. Sehr günstige Gins unter 20 Euro werden in der Regel industriell produziert und setzen auf Aromenkonzentrate statt echter Botanicals.
Geheimtipps sind relativ. Was in einer Berliner Spirituosenhandlung bekannt ist, hat außerhalb der Szene oft niemand auf dem Schirm. Generell lohnt der Blick auf kleine Destillerien mit regionalem Bezug, auf Jahrgangsdestillate und auf Stile abseits des London Dry. Barrel Aged Gins, Genever und Navy Strength Gins sind bei Einsteigern selten auf dem Radar, bei Kennern aber heiß begehrt.
Berlin hat eine eigene Gin-Identität entwickelt. Berliner Brandstifter produziert in Berlin-Mitte einen Dry Gin mit Botanicals aus Berliner Ackerland, jede Edition auf 9.999 Flaschen limitiert. Darüber hinaus führen wir in unserem Gin-Laden in Charlottenburg eine Auswahl von knapp 100 Gins aus aller Welt, darunter viele, die im regulären Handel nicht zu finden sind. Wer in Berlin besondere Gins sucht, ist bei uns richtig.
Gin muss laut EU-Verordnung mindestens 37,5 Prozent Alkohol enthalten. Die meisten handwerklichen Gins liegen zwischen 40 und 47 Prozent. Navy Strength Gins kommen auf mindestens 57 Prozent, was historisch der Mindestgehalt war. Einige Destillerien füllen auch auf Fassstärke ab, also ohne Verdünnung nach der Reifung, was zu deutlich höheren Werten führen kann.
Der Klassiker ist Tonic Water, wobei die Qualität des Tonics genauso zählt wie die des Gins. Bittere, trockene Tonics lassen einen wacholderbasierten London Dry besonders gut zur Geltung kommen. Fruchtige oder florale Contemporary Gins vertragen sich mit milderen, leicht süßlichen Tonics besser. Vermouth ist die zweite große Kategorie. Ein trockener Martini braucht wenig mehr als Gin, einen Spritzer Vermouth und Eis. Der Negroni kombiniert Gin mit rotem Vermouth und Campari zu gleichen Teilen. Wer Gin pur trinken möchte, braucht in der Regel keinen Mixer, sondern nur ein gutes Glas und etwas Geduld.
Das hängt vom Gin ab. Ein klassischer London Dry funktioniert im Gin Tonic, im Martini und pur. Ein Barrel Aged Gin entfaltet sich besser ohne Tonic, weil die Holznoten mit starker Kohlensäure kollidieren. Generell gilt, dass Gin kühl serviert werden sollte, aber nicht eiskalt. Zu niedrige Temperaturen unterdrücken Aromen. Ein Ballon- oder Weinglas eignet sich besser als ein schmales Longdrinkglas, weil es die Aromen konzentriert. Wer Gin zum ersten Mal pur trinkt, sollte mit einem milden, floralen Contemporary Gin beginnen, nicht mit einem intensiven London Dry.
Im Ladengeschäft
Sechs Gins im direkten Vergleich, dazu das passende Tonic. Wir zeigen, woran man einen London Dry von einem New Western unterscheidet.
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